Nachruf anlässlich des Todes von Helmut Pinkoss

Veröffentlicht am 18.02.2013 in Ortsverein

Mit Helmut Pinkoss verlieren die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus Lauda-Königshofen innerhalb von nur 7 Wochen nach dem Tod von Arnold Exner ein weiteres hochgeschätztes Mitglied, das unserer Partei im Stadtteil Gerlachsheim ein so vertrauenswürdiges und ehrliches Gesicht gegeben hat. Es ist besonders schwer für Sie liebe Familie Pinkoss und viele von uns sind ebenfalls fassungslos, dass er uns verlassen hat.

Sie haben ihn gestützt, umsorgt wie er sie in guten Zeiten auch umsorgt hat. Sie haben mit ihm gehofft, gekämpft, gelitten und viel Kraft gelassen bis ihnen klar wurde, dass am Verlauf der Krankheit nichts mehr zu ändern ist. Als ich Dich liebe Marianne kurz vor Weihnachten in Lauda getroffen habe, habe ich Deine Ohnmacht, die ich selbst aus eigener Erfahrung und eigenem Erleben kenne, gespürt und sie hat mich gleichsam in die Position des Fragenden nach dem „Warum“ versetzt, ein Zustand also der letztendlich nicht mehr als ein Sinnbild für geistige Leere und Schockstarre ist.
Am Anfang unserer Bekanntschaft stand Helmuts Wunsch mehr über die SPD zu erfahren. Seine gründliche Erkundung über das Programm und das Innenleben der SPD vor allem auch in unserem Ortsverein ließ auf ein unüberhörbares Interesse an einer Mitgliedschaft schließen. Es war die Zeit der Nachrüstungsdebatte, wo sich Befürworter der Nachrüstung um Helmut Schmidt und Pazifisten um Lafontaine in der SPD relativ unversöhnlich gegenüberstanden. Für Oberstleutnant Pinkoss war am Ende unseres Gedankenaustausches klar, dass die SPD mit ihren Grundwerten Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Frieden die richtige Partei werden könne, denn er war nicht nur ein hochrangiger hochgeschätzter Soldat, sondern auch ein Bürger in Uniform. Er konnte unheimlich gut und konzentriert zuhören, und sehr ruhig und präzise analysieren und formulieren. In Bezug auf die damaligen innerparteilichen Vorgänge in der SPD formulierte unser hochwillkommenes Neumitglied in der Ihm eigenen unaufgeregten Art folgendes: „Ich halte den Pazifismus für eine ehrenvolle Geisteshaltung aber angesichts der Erfahrungen aus den Bedrohungen des Ost-West-Konfliktes sind es doch wir Soldaten die im Rahmen der Strategie des militärischen Gleichgewichts den Frieden und die Freiheit sichern.“ Recht hatte er.
Aber nicht nur in seinem Beruf, auch in der heute viel beschriebenen Zivilgesellschaft hat Helmut die Grundwerte unserer Partei gelebt. Trotz seiner hohen gesellschaftlichen Reputation in unserer Raumschaft hat er zugepackt, organisiert, sich in Vereinen und natürlich auch in Führungsgremien in der SPD engagiert.
Er beließ es nicht bei bloßer Gremien- und Parteiarbeit, sondern brachte sich, wie es seine Art war, sehr konkret in die Unterstützung benachteiligter Kinder aus sogenannten bildungsferneren Familien ein. Früher als andere hatte er erkannt, dass eine gute Schulbildung gerade in den ärmeren Schichten eine der nachhaltigsten Formen der Sozialpolitik darstellt und wofür wir ihm großen Dank schulden und dies auch heute hier laut und offen aussprechen möchten.
Liebe Marianne, liebe Trauerfamilie Pinkoss
Mit unserem Nachruf wollen wir sicherstellen, dass Helmuts herausragendes Engagement nicht in Vergessenheit gerät und mit ihm zu Grabe getragen wird, sondern uns in lebendiger Erinnerung bleibt.
Der Verlust eines lieben Menschen hinterlässt immer eine Leere die schmerzt aber sie bietet gleichzeitig auch Raum für unsere Trauer. Weinen dürfen, das Gefühl der Lähmung zulassen, die Verzweiflung aussprechen und den Kummer annehmen. Wer trauert muss nicht tapfer sein. Margot Käßmann sagt, dass Trauer unserem Leben Tiefe gibt. Noch treffender formuliert dies Dietrich Bonhoeffer wenn er ausführt: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung – Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung – an einen lieben Menschen - in stille Freude.“

 

Aktuelles

MdB Dr. Dorothee Schlegel

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